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Am 5. Einsatztag des Waldbrandes in Hirschwang an der Rax war auch der 2.Zug (Abschnitt Pottenstein) der. 2. KHD (Katastrophenhilfsdienst Nö) Bereitschaft (Bezirk Baden) an der Reihe um die örtlichen Einsatzkräfte zu Entlasten.
Entgegen den Infortmationen von Freitagabend, dass die komplette Bereitschaft Baden abgelöst werden sollte, erfolgte am Samstag gegen 10:00 Uhr doch die überraschende Alarmierung. In kürstester Zeit wurde durch das Zugskommando unter der Leitung von HBI Ing. Markus Salinger ein Zug zusammengestellt.
Aufgabe war es umfangreiche Löscharbeiten im Einsatzbereich von 16:00 Uhr Samstag bis 16:00 Uhr Sonntag durchzuführen.

Dafür sammelten sich die verständigten Feuerwehren bereits gegen 14:30 Uhr im Gemeindehof Berndorf für die Formierung des Einsatzzuges.

Dieser Pumpenzug setzte sich wie folgt zusammen:

Kommando 2/2 (FF Berndorf-Stadt) 3 Personen
1. Pumpe 2/2 (FF Lindabrunn) 6 Personen
2. Pumpe 2/2 (FF Ödlitz) 8 Personen
3. Pumpe 2/2 (FF Neusiedl) 9 Personen
4. Pumpe 2/2 (FF Pottenstein) 7 Personen
5. Pumpe 2/2 (FF Nöstach) 8 Personen
6. Pumpe 2/2 (FF Veitsau) 8 Personen
Versorgung 2/2 (FF St.Veit a.d. Triesting) 7 Personen

Summe: 8 Fahrzeuge, 56 Personen

Vor Ort wurde der Einsatzzug dem Einsatzbereich "Friedhof" zugeordnet.

Aufgabe war es, die bereits verlegte Zubringerleitung von der Schwarza mit eigenen Pumpen umzurüsten und den Betrieb über die nächsten 25 Stunden (Die Zeitumstellung macht es möglich.) bis zur Ablöse aufrecht zu erhalten. Die Tragkraftspritzen im steilen Berggelände wurden bereits Tage zuvor per Hubschrauber eingeflogen bzw mit Quads an taktischen Punkten in Stellung gebracht.

Des Weiteren wurde die Mannschaft im steilen Gelände mit der Brandbekämpfung mittels C und D-Schlauchleitungen beauftragt. Nach eingebrochener Nacht wurde versucht von einem weiter entfernten Beobachtungsposten die Löschmannschaften zu den hell leuchtenden Glutnestern zu dirigieren.

Mit dem Fortschreiten der Nacht wurde es immer schwieriger, die unzähligen Glutnester aktiv zu bearbeiten. Das Arbeiten im dunklen, steilen Gelände verlangt viel Aufmerksamkeit und Energie. Eine aktive Brandbekämpfung zur Eindämmung des Brandes war mit dem eingesetzten Personal, das sich regelmäßig abwechselte leider nicht durchführbar. Daher ist ein geordneter Rückzug auf zuvor definierte Punkte (Riegelstellungen) angeordnet worden um zumindest eine Ausbreitung zu verhindern. Von diesen Punkten wurde der umliegende Waldbereich ausgiebig mit Wasser benetzt, damit das herabfallende Material nicht sofort weitere Waldflächen entzünden konnte.

Schwierigkeiten bereiteten den Einsatzkräften nicht nur die immer wieder vorkommenden Steinschläge, sondern viel mehr glosende Wurzelstöcke und Bäume die den Berg hinab rollten. Diese wurden gezielt abgelöscht um eine weitere Brandausbreitung zu unterbinden.

Dies wurde auch Erfolgreich bis in die Morgenstunden durchgeführt!

Mit der Aufnahme der Brandbekämpfung aus der Luft wurde der zugewiesene Bereich zu einer Sperrzone erklärt und ein vollständiger Rückzug zur Bereichseinsatzleitung Friedhof angeordnet.
Über mehrere Stunden wurde der Brandbereich "Ost" mit Hubschraubern und Flugzeugen massiv bewässert.

Zur Mittagszeit stiegen die Einsatzkräfte erneut auf den Berg. Diesmal verstärkt durch 2 Waldbrandgruppen.
Neben der Sicherstellung der Löschwasserversorgung für die Waldbrandgruppen auf den Berg halfen die Mannschaften aus dem Triestingtal auch bei deren Bekämpfung mit.

Gegen 15:00 Uhr traf die Ablöse für die nächsten 24 Stunden ein und es begann ein geordneter Übergabe unter Beachtung einer ständig aufrechterhaltenen Wasserversorgung auf den Berg. Diese dauerte bis in die Abenddämmerung.

Erst gegen 19:00 Uhr trafen die letzten Kräfte wieder gesund aber erschöpft in den Gerätehäusern ein.

Bericht: Salinger M., HBI und Stadler Fl, OLM
Fotos: Schiffner P. OBI